Tuesday, January 22, 2008

Träume

Jedes Jahr, wenn sich der Tag jährte, an dem sie von ihm gegangen war, spielte er ihr Lieblingslied, obwohl er all seine Träume längst begraben hatte...

Sunday, January 20, 2008

Drahtseilpakt

Es ist so schwer die Balance zu halten, auf einem Seil, an dem zunehmend jemand rüttelt und zieht und nur darauf wartet, dass man endlich fällt. Ich brauche ein Netz, einen doppelten Boden oder doch gleich einen Fallschirm, so tief wie ich falle, so tief, so tief. Mir wachsen Flügel aus Furcht, im Moment meines Sturzes, tragen mich zurück auf das Seil, an dessem Ende du stehst, mit gezücktem Messer, leisem Lächeln und lautem Blick.
Hab' schon die Flügel ausgebreitet, da steigst du zu mir rauf und reichst mir die Klinge, mit bejahenden Augen und nickendem Kopf.

So durchschneide ich das Seil, mit angelegten Flügeln und stürze mich mit dir in die Tiefe. Kurz bevor ich aufschlage, da breitest du sie aus: deine Flügel, noch so viel größer als meine, und fliegst zurück, nur um ein neues Seil zu spannen.

Friday, January 18, 2008

Seife

mehr vergeht als geschieht
verschwindet
und kommt erst zurück
wenn man's nicht mehr sieht
weil man selbst verschwunden ist

es ist mit der sehnsucht
wie mit einem stück seife
das - mit feuchten fingern versucht
zu fassen -
einfach aus den händen rinnt
~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~O
liegt sie auf dem boden~~~~~~~~/|\
rutscht man auf ihr aus ~~~~~#.~~|\
von den tausenden toden
die mir widerfuhren
brach sie mir das genick
nicht das herz
nicht das herz
nicht einfach nur das herz .

Sunday, December 30, 2007

-

Eine Maus kann keinen Elefanten ins Herz schließen. Dafür ist der Elefant zu groß, das Herz zu klein...
wie auch immer man es dreht und wendet, er passt einfach nicht hinein.
Von Zeit zu Zeit passiert es, da treffen solche zwei aufeinander und der Elefant sucht trompetend das Weite. Dabei ist es doch die Maus, die um ihr Leben fürchten sollte. Doch sie bleibt und sieht ihm enttäuscht hinterher, sich wünschend, er wäre noch ein wenig geblieben.


Ein Elefantenherz hätte doch auch genügend Platz für ein ganzes Dutzend kleiner Mäuse. Doch er lässt keine hinein, nicht
eine,
er hält Abstand.


Mäuse sind ihm nicht gut genug und er bleibt lieber unter seinesgleichen,
vielleicht ist es das.

Die Maus wird sich mit diesem Gedanken abfinden und ihrer Wege gehen, abseits der Trampelpfade ihres großen Freundes, der nie ihr Freund sein wollte. Und der Elefant liegt da und windet sich vor Schmerz, da die Maus, deren Herz er vorm Platzen schützen wollte, in seinem eigenen langsam zu einem Blauwal heranwächst.


Wednesday, October 17, 2007

Straßenlaternen austreten

Er macht das, weil er betrunken ist. Straßenlaternen austreten. Dann wartet er zwei Minuten, bis sie wieder angehen und wiederholt den Vorgang. Bis es hell wird und die Lampen nicht mehr angehen. Dann hat er gesiegt und geht nach Hause, schläft seinen Rausch aus und wenn er aufwacht, wird er sich nicht mehr erinnern. Warum sein Fuß schmerzt. Noch stärker, als das Tageslicht in seinen Augen. Könnte er dieses nur auch austreten. Doch er gewöhnt sich daran. An das Tageslicht und an die Schmerzen. Beides wird am Abend verschwunden sein, wenn er wieder loszieht, um Straßenlaternen auszutreten.
Letztens, da haben ihn die Bullen erwischt und nach Hause gebracht. Da haben ihn seine Eltern dann gefragt, warum er das tue. Als er schließlich nach erklärenden Worten rang, sich alles versuchte bewusst zu machen, bemerkte er, dass es ihnen tatsächlich um das Lampenaustreten ging. Er verwarf daraufhin alles, was er sagen wollte. Er macht das, weil er betrunken ist. Mehr will keiner wissen.

Monday, October 08, 2007

Meine Mutter ist ein Wischmop


Format: Sitcom
Status: Pilot (noch nicht abgedreht)
Dauer: ca. 20 Minuten
Darsteller (Vorschläge): 1. Ein Mop, vornehmlich mit so Striemen, die aussehen, wie eine lustige Frisur, Gesicht wird computeranimiert, falls Budget gering: auch aufkleben möglich (Schablonen vorhanden); 2. Mann, weiß, Ende 30, Typ: Familenvater. Olli Geißen wird empfohlen. NICHT GÖTZ GEORGE!!!; 3. Junge, weiß, ca. 7-9 Jahre. Typ: kleiner Frechdachs. Macaulay Culkin wird empfohlen. Müsste allerdings Deutsch lernen; 4. Mädchen, weiß, 1 Jahr älter als 3. Damit ist der Junge gemeint, also nicht 4. Das ist das Mädchen, nicht ihr Alter. Der ist ja schon 2. Typ: hinterlistiges, kleines Biest, das vordergründig den kleinen Engel mimt. Wegen langer Drehzeiten empfiehlt sich die kleine Frau, die das Sams gespielt hat (fällt nicht mehr unter das Jugendschutzgesetz); (5.) Eigentliche Mutter, verstirbt in erster Folge und wird durch 1 ersetzt. Handpuppe mit dem Äußeren einer typischen Mitdreißiger-Mutti genügt.

Rahmenhandlung: Durch den plötzlichen Tod der Mutter, gerät das Familienidyll der Kaläwes ins Wanken. Es herrscht Chaos, da niemand mehr da ist um zu Kochen und zu Putzen. Doch die anfängliche Trauer und Unordnung weichen großer Freude und Heiterkeit, als Tochter Kimberly bemerkt, dass der Geist ihrer just verstorbenen Mutter in dem Mop, der im Keller steht, gefangen ist. Dies ist der Beginn zahlreicher kurioser und verzwickter Situationen. Denn wenn das Jugendamt davon erführe, würde es die Halbwaisenrente streichen...



Skript 1; Folge 1 (Pilot): "Totgesagte fegen länger"


Szene 1; Küche des Hauses

2: Kinder, ich muss euch was sagen. Eure Mutter ist eben gestorben. Da liegt sie. (Zoom auf die Handpuppe, Blut ist zu sehen)
3. Aaaaaaaaaaaaaaaah!
4. Aaaaaaaaaaaaaaaah!
2. Ja, hat sich den Kopf gestoßen und nun das! Überall das Blut und die einzige Person, die es wegmachen könnte, liegt mittendrin und ist TOT! (rein- und rauszoomen auf die 5)
3. (weint) Aber was sollen wir denn jetzt nur tun?!
2. Ich weiß es nicht, mein Sohn. Wir müssen jetzt einfach tapfer sein. Wir werden nun wohl jede Woche ein neues Haus kaufen müssen, weil es stinkt, wenn niemand zum Putzen da ist und wir können nur noch bei Mäcces essen, da niemand mehr kocht. Das wird echt voll teuer. Ich gehe mal schnell zum Amt und beantrage Halbwaisenrente. Dann kommen wir sicher irgendwie durch...
4. (unter Tränen) Ich mag kein Mäcces. Ich will meine Mutti wiederhaben. Ihr seid alle doof! Ich hasse euch! Muttiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiii!!! (läuft in den Keller und schließt sich ein)

Szene 2; Keller des Hauses

4. (weint) Buhuhu, was soll ich nur ohne meine Mutti tun, buhuhu...
1. (leise flüsternd, mit so einem leichten Zischen bei s-Lauten) Aber hier bin ich doch, mein Kind. Warum bist du denn so traurig?
4. (erschrickt) Aaaaaaaaaaaah!
1. Aber nun erschrecke doch nicht so. Ich bin's do...
4. Das heißt "erschrick"!
1. Was?
4. Erschrecke.
1. Das hab ich doch gesagt...
4. Du bist ein Wischmop.
1. Wie sprichst du mit deiner Mutter?!
4. (hält ihr einen kleinen Spiegel vor) Da!
1. AAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAH! Meine Haare!!!!

Szene 3, Küche des Hauses

4. Guck mal Pimmel, Mutti lebt. Sie ist jetzt ein Wischmop!
3. Ich heiße Pelle, du Wurst!
4. Pimmel bestehen doch größtenteils aus Pelle, hat Onkel Franz mir gezeigt.
1. Was hat Onkel Franz?!
3. AAAAAAAAAAAAAH!
4. Erschreck doch nicht so, das ist Mut...
1 und 3 zusammen: DAS HEISST "ERSCHRICK"!

Szene 4, Wohnzimmer des Hauses

2. (zur Tür reinkommend) Hallo Kinder! Alles klar, das mit der Halbwaisenrente sollte klappen. Der Mann vom Amt kommt nachher nur kurz vorbei, um sich zu vergewissern, dass Mutter auch wirklich hin ist. Und ich hab euch zur Aufmunterung ein Happy Meal mitgebracht!
4. Ich hasse Mäcces!
3. Mutter ist gar nicht tot!
2. Ich weiß, das ist eine schwere Zeit, die ihr durchmachen müsst. Mit fällt es auch schwer zu glauben, dass eure Mutter auf einmal nicht mehr da ist, weil sie...sich gestoßen hat...am Tisch...mit dem Kopf, woran ich völlig unschuldig bin...jedenfalls ist sie tot, hier, da ist n Rennauto drin...und ein Hello Kitty!-Kugelschreiber. Bitte.
1. Dein Sohn hat Recht, Ottfried. Ich lebe!
2. AAAAAAAAAAAAAAAH!
(1, 3 und 4 schauen sich an, lachen dann gemeinsam)
2. Was gibt es da zu lachen?! Ich habe mich richtig erschreckt!
(1, 3 und 4 lachen noch lauter)
2. Ach, weil es "erschrocken" heißen müsste, nä? Jetzt hab ich's.

Szene 5, Küche des Hauses

2. Aber was soll ich denn jetzt nur machen? Die Halbwaisenrente habe ich ja schon beantragt, da gibt es kein Zurück mehr. Wenn nachher der Herr vom Amt kommt, dann darf er auf keinen Fall davon Wind bekommen, dass eure Mutter jetzt ein Mop ist.
1. Das könnte dir so passen, was? Du hast mich doch erst in diese Lage gebracht! Wegen dir bin ich jetzt ein Wischmop, so ist es doch!
2. Jetzt mach aber mal einen Punkt! Das mit dem Totschlag tut mir ja aufrichtig leid, ich war einfach so fertig, weil ich auf der Arbeit so gemobbt werde und nun fängst du auch noch damit an.
(3 und 4 beginnen zu kichern)
2. Was gibt's da zu lachen?
3. Na...Mutti mobbt dich, verstehste?
2. Ach so, ja.
4. Weil sie doch jetzt ein Wischmop ist...
2. Jaja, schon klar.
4. Ein Wischmop, der dich mobbt...
2. Jaha, Herrgottnochmal, ich hab's verstanden!
(es klingelt an der Tür)
2. Oh nein, das ist der Herr vom Amt! Schnell, geh wieder in den Keller...äh...Vileda, oder wie auch immer du dich jetzt nennen magst.
1. Ich werde mich kein Stück fortbewegen. Wäre ja noch schöner, wenn ich dich beim Ämterbetrügen noch unterstützen würde...
2. Kinder, bringt eure Mutter in den Keller!
3. Warum machst du es nicht einfach selbst?
2. Ich...bin der Mann, halloho?! Nie im Leben würde ich nen Mop anfassen!
1. Dafür aber zu gern die Putzfrau, wie?!
2. Ach, kehre doch lieber erstmal vor deiner eigenen Türe, bevor du hier so große Sprüche kloppst! (kichert)...versteht ihr Kinder?! Vor der eigenen Türe kehren...eure Mutter! Die ist doch ein Mop jetzt!
4. Zum kehren nimmt man einen Besen, Vati. Keinen Mop.
2. Gerade mal 7-9 Jahre alt, aber schon so altklug, was.
3. Meine Schwester ist so klug!
2. Pass bloß auf, sonst musst du gleich mit Mutter deine eigene Schleimspur wegwischen...versteht ihr?!
(entnervte Blicke wenden sich Richtung Haustür, an der es zum wiederholten Male schellt)
Ach, dann bleib halt hier, verdammt! Aber sag keinen Ton, während der Herr vom Amt deine Leiche begutachtet!
1. Ich garantiere für nichts!

Szene 6; Küche des Hauses

2. So, dahinten liegt sie, die Ärmste. Ganz tot. Gucken sie ruhig genauer hin...völlig leblos, wirklich!
Herr vom Amt (6): Joah, sieht echt nicht mehr so frisch aus...
1. Das sagt der Richtige!
6. Wie war das? Wer hat das gesagt?
2. Wie war was? Was? Also ich hab nichts gehört. Vielleicht war es der Wind, der durch die Fenster zischte...bestimmt war es das...
1. (leise) Zissssssssch ab!
6. Der Wind, soso. Ich könnte schwören, ich hätte jemanden sprechen hören.
2. Ich bitte sie, außer mir und ihnen ist hier doch nur dieser Wischmop. Und, ha, ha, seit wann können wohl Wischmöppe reden?!
6. Ist der Plural echt "Wischmöppe"?
2. Wirklich erschräckend, die deutsche Sprache manchmal.
6. Sagten sie gerade "erschräckend" mit ä?
2. Nein!
1. Ja!
6. Was denn nun?
2. Ja! Ja, sagte ich. Ich bin so dumm. Bitte, tot ist sie, ja? Gut, wo muss ich unterschreiben?
6. Achso, ja, hier.

Und hier!


Uuuund hier!

1. Und hier!
6. Nein, da nicht mehr.
2. Mist, jetzt hab ich schon.
6. Damit ist der Antrag leider ungültig. Ich komme morgen mit einem neuen vorbei. Dann vergewissere ich mich auch nochmal, ob ihre Frau noch tot ist. Tschüs. (geht ab)
2. Ach verdammt! Das hast du extra gemacht! So ein Dreck!
1. Ich hab schon eine Idee, wie ich den Dreck wieder wegmachen kann, Süßer...(schmiegt sich an 2)

Schlussszene; elterliches Schlafzimmer

1. Uh ja, ich bin schon ganz feucht...mach weiter...
2. Okay, so geht das nicht...
1. Aber was hast du denn?!
2. Du bist jetzt ein Wischmop, verstehst du...keine Vagina und so...
1. Und wie gefällt dir das...(legt ihre Striemen auf seinen Schoß)
2. Ganz gut.
(kurzer Schnitt, beide liegen eng beieinander)
2. Whohooo, das war super.
1. Oh ja, mein allererster Dreier...
2. Watt?! Dreier?
1. Mhmm, du, ich und... MR. PROPPER!!!!!

Ende

Schlusscredits, ggf. Outtakes. Vorschau auf Folge 2: "Die Putzfrau", in der es eine polnische Reinigungskraft durch eine spaßige Verwechslung mit dem Eigenleben ihres Reinigungsgerätes zu tun bekommt. Wenn das der Herr vom Amt wüsste...

Sunday, September 30, 2007

Wo du bist

Es ist spät, dort wo du bist. So gerne würde ich mit dir reden, doch du schläfst jetzt tief und fest. Wo du bist. Wo du bist ist alles anders. Das Wetter, die Menschen, die Gedanken... muss man sich überhaupt welche machen, dort wo du bist? Ich mache mir zu viele. Ich denke zu oft darüber nach, über dich. Über dich und wo du bist. So viele Fragen, so wenige Gelegenheiten, sie dir zu stellen.
Dort, wo du bist, scheint alles heller zu sein. Alles freundlicher. Und so leicht. Ich wünschte so sehr, ich könnte bei dir sein, doch ich weiß, dass es nicht geht. Es wird nie gehen.
Wie gerne wäre ich bei dir. Vielleicht nur zu Besuch. Am liebsten für immer. Es wäre heller, die Menschen so freundlich und alles so leicht. So leicht, dass man es gar nicht fassen könnte, wenn man einmal hier gewesen ist. Ein paar Tage, ich würde alles dafür geben.
Es geht einfach nicht. Wo du bist, kann ich nicht sein. Das wissen wir beide. Ich schaue dich an und höre deinen leisen, tiefen Atemzügen zu, würde so gerne wissen, was du träumst, wäre so gern ein Traum von dir. Ich hoffe, du weißt, dass du immer bei mir schlafen kannst, solltest du dich jemals hierher verirren. Wenn auch nur zu Besuch.

Wednesday, September 19, 2007

Ende einer Reise

Wir haben sie verloren. Irgendwo auf dem Weg. Vielleicht ist sie aus meinem Rucksack gefallen, der war offen. Oder hast du sie doch zu Hause liegen lassen? Spielt jetzt auch keine Rolle mehr. Um zurückzufahren und sie zu suchen ist es zu spät. Vielleicht kommen wir auch ohne sie ans Ziel. Vielleicht haben wir Glück und niemand fragt nach ihr.
Es fühlt sich wie schwarzfahren an. Nur mit der dumpfen Gewissheit, dass man erwischt wird. Denn selbst wenn niemand nach ihr fragt, unsere Gesichter sind zu verräterisch. Sie schreien es einem praktisch ins Gesicht, dass wir sie nicht dabei haben.
Ich will dir keine Vorwürfe machen, ich mache es trotzdem. Blind vor Wut gebe ich dir die Schuld, doch bin ich eigentlich nur wütend auf mich selbst, nicht besser darauf aufgepasst zu haben. Bestimmt fiel sie aus meinem Rucksack. Warum habe ich auch nicht darauf geachtet, ihn gut zu verschließen? Und jetzt schreie ich dich an. Du schreist zurück und ich realisiere, dass wir beide im Unrecht sind. Dann wird es still. Ganz still.
Ich versuche dem Grenzbeamten nicht ins Gesicht zu sehen, während ich ihm die Pässe gebe und er uns anschließend mit einem Lächeln und einem "Gute Reise weiterhin." freundlich durchwinkt. Ich weiß, wir fahren nicht mehr zurück. Ich weiß, du willst nie mehr dorthin, wo du mich mit ihr zurückgelassen hast. Und du wirst mich wieder zurücklassen. Ohne sie. Nur mich und meinen leeren Rucksack.

Wednesday, September 12, 2007

Das, was fehlt, ist durch nichts zu ersetzen.


O
/|\
/\ Kopf hoch.

Monday, August 13, 2007

Mondreise

Der Mond ist auch nur da, weil er nicht weiß wohin. Zieht er halt seine gewohnten Kreise. Traut sich nur noch nachts raus, wenn keiner guckt. Manchmal lugt er sogar nur halb hinter seinem schwarzen Vorhang hervor, da kann man ihm noch so gut zurufen, hat keinen Zweck. Als sei es ihm unangenehm, dass sich jemand um sein Wohl sorgt. Tut er so, als wäre er gern allein. Doch das ist er nicht. Er hätte sicher gerne wieder mehr Gesellschaft, so wie damals, '69, als ihn die Amerikaner besuchten. Da wirkte er viel glücklicher. Auf den Bildern jedenfalls.
Es ist ihm unangenehm, dass er nicht gastfreundlicher sein kann, so ganz ohne Atmosphäre, ohne Wasser und Luft, ohne eigenes Leben. Da kommen Menschen einfach nicht gern zu Besuch. Sonst ist niemand hier, der für ihn da sein kann.


Wenn er gegen 5 dann nach Amerika weiterzieht, dann schaue ich ihm nach und denke während ich langsam einschlafe, dass ich ihn vielleicht nicht mehr wiedersehe. Weil irgendjemand ihn vielleicht doch noch auf die richtige Bahn lenkt, Richtung Jupiter, wo er sich zu 63 Gleichgesinnten gesellt und fortan nicht mehr alleine seine Wellen schlagen muss. Es wäre sogar okay, wenn mich infolgedessen die Nordsee weckt.

Sunday, July 15, 2007

Lebenszeichen

Gib mir ein Lebenszeichen. Ein Signal, ein Blinken auf dem Radar, ein Leuchtfeuer. Ein Wort, eine Antwort.
Im Dunkel segelnd, suche ich das Meer nach Punkten, nach Licht, nach dir ab.

Gib mir ein Lebenszeichen. Ein Herzschlag, ein Echo für das Sonar, ein Ruf, nach Hilfe, nach mir. Doch alles bleibt dunkel und stumm. Nur das Rauschen des Meeres erhebt sich über die Stille, erhebt sich über mich.
Und als mein Schiff versinkt, mitsamt der Hoffnung, dem Glauben, da springe ich über Bord und tauche hinab, bis es nicht mehr weitergeht. Vielleicht hat dich ja ein Wal gefressen.

Tuesday, July 10, 2007

Sperrmülluniversum

Fernseher kaputt. Kein Problem. Komm' ich mit klar. Läuft eh nur Quark. Außerdem besitze ich alles Nötige, um mir einen Neuen zu basteln. Zwei Flaschen Eistee und einen Zollstock!

Hier schaue ich gerade eine Sendung über Biologie [moderiert von (das tut jetzt sogar mir weg) Patrick Linder]:



Wäre natürlich jetzt doof, jedesmal zum Umblä...schalten aufstehen zu müssen. Komfort wird bekanntlich groß geschrieben, nicht zuletzt auch, weil es sich hierbei um ein Nomen handelt. Fernbedienung also. Bidde:



War da gerade Hitler in meinem Biologiebuch? Na ja, ist ja auch alt, der Schmöker.
Weiter im Text. Im Videotext! Wäre natürlich auch nicht verkehrt, klar. Wenn man mal schnell die Uhrzeit braucht oder das Neueste in Sachen Datum, unverzichtbar. Und ich verzichte auf gar nichts!




Und gleich, nach den Prospekten, werde ich mir dann noch ein paar DVDs ansehen. Die Filme kenne ich ja eh, da reicht die Hülle vollkommen aus. Gott, bin ich deprimiert...

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Wednesday, July 04, 2007

Standby me

Du bist immer auf Standby. Niemals an und niemals aus. Dein rotes Licht lässt mich nicht schlafen. Und wenn es ganz still geworden ist, dann höre ich dich leise brummen. Als läge da jemand neben mir und schnarche ganz sanft. Als wäre ich nicht allein.
So starre ich in dein rotes Licht, das wie eine Warnung ist. Ich weiß. Ein falscher Schritt und du erwachst aus deinem Schlaf. Dem leisen Brummen folgten laute Stimmen. Und unerträglicher Krach. Unerträglicher Krach.

Ich liege hier still und warte auf den Morgen, höre dir beim Schlafen zu und suche verborgen, mit den Augen den Boden ab.
Nach deinem Stecker im Kabelsalat.

Sunday, July 01, 2007

Geheimrezept

Wenn man etwas Schatten hinzufügt, sind Plätzchen auch im Sommer noch genießbar.

Tuesday, June 26, 2007

Die Ameise

Du kannst das Siebenfache deines eigenen Gewichtes tragen, habe ich gelesen. Beeindruckend. Du könntest sieben deiner betrunkenen Freunde allein nach Hause tragen, wenn es sowas bei euch überhaupt gibt. Alkohol und Freundschaft. Du könntest auch deine Frau ins Krankenhaus bringen, während sie gerade dabei ist, sechs Kinder zu gebären, die alle schon ausgewachsen sind. Zugegeben, ein sehr hypothetisches Beispiel. Ihr legt ja eh Eier. Gar nicht auszudenken, wie viele du allein davon tragen könntest. Es ist wirklich schier unbegreiflich, wie stark du bist. Und doch, müsstest du auch nur einen Moment lang mein Gewicht tragen, es würde dich einfach zerquetschen.